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Quelle: Ki-Magazin, Dezember 2005
Schwungvoll Die passende Mascara
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Die Betonung der Wimpern verleiht dem Blick etwas Strahlendes, die Augen erscheinen größer, weiter geöffnet, was den Sympathiewert der Person erheblich steigert. Ohne Mascara ist also ein Make-up nicht vorstellbar. Doch welche Wimperntusche ist die richtige?
Es gibt eine große Auswahl an Mascaras, die den Wimpern nicht nur mehr Dichte und Volumen verleihen,
sondern diese auch verlängern. Ob wasserfest, wasserresistent oder nicht, das Entscheidende ist eigentlich immer das "Build-up":
Die feinen Härchen sollen durch die Mascara geformt werden, noch mehr Schwung bekommen, kräftiger und insgesamt voller wirken.
Um das zu erreichen, sind mehrere Faktoren entscheidend: Die Mascara-Masse selbst, der Applikator und das richtige
Zusammenspiel von beiden. Die Formulierung ist natürlich immer ein Teil des Ganzen, doch nicht nur die Bürste und das Drumherum
ist wichtig, auch ihre inneren Qualitäten können bestimmend für eine gut applizierbare Wimperntusche sein.
Warum hat die Mascara-Bürste einen solchen Einfluss auf die Qualität einer Wimperntusche? Das Grundprinzip
ist klar: Die Bürste sitzt, umgeben von cremiger Masse in einem länglichen Container. Beim Herausziehen wird Überschüssiges
(durch den sog. "Abstreifer", der in der Öffnung des Containers sitzt) abgestreift. Die Masse steht wohl dosiert für die
Applikation zur Verfügung. Da nicht alle Wimperntuschen die gleiche Konsistenz und Zähigkeit haben, verhalten sie sich auch
in jeder Packmittelkombination anders. Eine sehr gute Mascara-Masse kann ohne Weiteres durch die Abfüllung in eine
nicht angepasste Verpackung geraten.
Es hat sich fast schon ein regelrechter Kult um die Frage der Mascara-Bürste entwickelt. Einmal abgesehen von der Form, ist
immer die richtige Menge auf der Bürste wichtig. Was nützt ein High-tech-Material, wenn die Bürste völlig überladen
ist weil zu wenig Masse am Abstreifer haften bleibt? Diese Unterschiede kann man sehr schnell selbst erkennen.
Die Frage nach der optimalen Bürstenform ist indes nicht ganz so einfach zu beantworten, da hier auch Schminkgewohnheiten
und Erwartungen an das Ergebnis eine Rolle spielen.
Sehr dichte Bürsten ohne sichtbare Zwischenräume haben in der Regel einen geringeren Kämmeffekt und separieren die Wimpern
beim Auftragen nicht so stark. Für einen natürlicheren Look sind daher Bürsten geeignet, die durch große Zwischenräume schon fast einem
Kamm gleichkommen. Nur zu groß dürfen sie auch nicht sein, sonst kommt zu wenig Masse auf den Härchen an.
Die Filamente an sich können auch vom Durchmesser her unterschiedlich gestaltet sein. Neben runden oder
elliptischen Querschnitten gibt es z.B. auch hufeisenförmige und solche, deren Oberfläche sehr unregelmäßig
gestaltet ist, so dass viel Mascara durch die einzelnen Filamente aufgenommen und ein starker Volumeneffekt erzielt werden kann.
Dass gebogene Bürsten die Wimpern generell stärker formen als andere,
lässt sich auch durch Anwendungstests nicht eindeutig bestätigen, denn
hier spielt die persönliche Einstellung der Verbraucherin eine weitaus wichtigere Rolle. Manche Frauen schwören auf die Bananenform, andere finden sie eher hinderlich. Allen gemeinsam ist, dass fast alle Bürsten spitz zulaufen, so dass sich vorn meist mehr Masse als im mittleren Bereich befindet. Damit kann man mit der stärker beladenen Spitze gezielt mit Mascara nachbessern, wenn an einigen Stellen nicht genug aufgetragen wurde. Anschließend muss man nur alles gut verteilen,
sonst drohen unschöne Fliegenbeine.
Es gibt Mascara-Applikatoren, die gar keine Filamente aufweisen und dennoch einen ansehnlichen Effekt erzielen.
Das zeigt, dass nicht unbedingt wichtig ist, welche Form die Bürste hat, sondern welche Form mit welchem Inhalt kombiniert wird.
Ein schöner Volumeneffekt basiert auf einem doch eher simplen Prinzip: Die Wimpern erhalten mehr Dichte,
indem die Mascara sich wie ein Mantel um das Haar legt. Das heißt, je öfter man tuscht, wird mit zunehmenderer
Schichtdicke jedes einzelne Härchen stärker sichtbar. Die optische Verlängerungswirkung beruht auf der Tatsache, dass die Wimpern
an der Spitze ausgebleicht und daher so farbschwach sind, dass die vorhandene Haarlänge nicht unmittelbar erkennbar ist. Wird die
Haarspitze getuscht, wirken die Wimpern plötzlich viel länger als vorher.
Die Einarbeitung ganz hauchfeiner Kunststofffilamente zur tatsächlichen optischen Verlängerung der Wimpern ist
zwar wieder in Mode gekommen, doch mit feinen Partikeln rund um das empfindliche Auge ist immer auch ein gewisses
Risiko verbunden. Es lässt sich nie ganz ausschließen, dass einzelne Filamente ins Auge gelangen und dort zu Reizungen
führen können. Kontaktlinsenträgerinnen sollten daher auf solche Wimperntuschen lieber verzichten.
Wimperntuschen im Vergleich
Eine große Zahl an Patenten beschäftigt sich allein mit diesem Thema. Form, Material, die Anzahl und Verarbeitung der Filamente (Bürstenhärchen) werden genauestens definiert und ihre Vor- und Nachteile beschrieben.
Auch der Querschnitt der Filamente ist eine regelrechte Wissenschaft für sich. Die Form der Bürste spielt ebenfalls eine Rolle: Der Bürstenkopf kann z.B. wie ein Tannenbaum aussehen, er kann als Rugby-Ball, tropfenförmig, zylindrisch oder bananenförmig gestaltet sein. Innerhalb jeder dieser Formen sind dann Variationen in der Oberflächenstruktur möglich, d.h. es gibt geschlossen und offen gestaltete Bürsten. Wichtiger als die äußere Form an sich ist aber, mit welcher Länge und Dichte die einzelnen Filamente angeordnet sind.
Die Autorin: Xenia Petsitis schloss den Studiengang "Technologie der Kosmetika und Waschmittel" als Dipl.-Ing. ab. Sie war bei namhaften Kosmetikfirmen im Bereich Produktentwicklung dekorativer Kosmetika tätig und ist als Referentin und Autorin aktiv.
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